Im Gespräch mit Beyond Saving

01. Februar 2021

Martin und Carlos, was sagt ihr zum Thema...

...Finanzbildung in Deutschland?

 

Hallo Martin, hallo Carlos,

danke, dass ihr euch die Zeit genommen habt, um euch mit uns ein wenig auszutauschen! Wir freuen uns sehr, euch begrüßen zu dürfen – wenn auch nur schriftlich. Wir möchten euch nachfolgend gerne ein paar Fragen stellen, zum Einen zu Beyond Saving und zum Anderen zu eurer Meinung zum Thema Finanzbildung, legen wir los:

 

Beyond Saving ist die Plattform für Finanzbildung in Deutschland. Da liegt es nahe, dass ihr beide auch aus dieser Branche kommt. Wollt ihr kurz erzählen, was euer Background ist?

Absolut, wir kommen beide aus der Finanzbranche. Martin hat 15 Jahre im Privat Banking bei der Weberbank in Berlin vermögende Privatkunden beraten und Carlos war nach seinem Studium in zahlreichen Fintechs als Berater und Marketer unterwegs. Martin hat in Berlin BWL studiert, Carlos in Frankfurt VWL und Physik.

 

Was war der ausschlaggebende Grund dafür, dass ihr euch zusammengetan und Beyond Saving gegründet habt?

In unserer Zeit in der Finanzbranche konnten wir viel über die deutsche Finanz-DNA erfahren. Uns haben die Wissenslücken immer wieder „schockiert“. Selbst großer Wohlstand schützt nicht vor mangelnder Finanzbildung – das war eine sehr interessante Beobachtung. Die allgemeine Lage in Deutschland ist besorgniserregend. Aus dem Grund fiel auch die Entscheidung zur Gründung von Beyond Saving sehr leicht.

 

Warum ist es eurer Meinung nach wichtig, dass sich jeder zumindest bis zu einem bestimmten Maß mit dem Thema Finanzen auseinandersetzt?

Finanzen sind Umfragen zufolge einer der größten Stressfaktoren bei uns Deutschen. Und das noch vor Konflikten in der Partnerschaft, auf der Arbeit oder sogar Krankheiten. Wer seine Finanzen im Griff hat, lebt gesünder. Außerdem sollte das stetig sinkende Rentenniveau Menschen dazu motivieren, sich frühzeitig mit ihrer privaten Altersvorsorge zu beschäftigen. Altersarmut ist ein reales Problem in Deutschland. Wenn wir ein größeres Verständnis für Alternativen zum Sparbuch aufbauen, kann dieses Problem zumindest teilweise gelöst werden.

 

Würdet ihr sagen, dass der Finanzbildung in den Schulen genug Aufmerksamkeit geschenkt wird? Oft hört man doch immer wieder von jungen Menschen, dass sie Gedichte interpretieren können, aber wenn es um Steuern, Miete oder Versicherungen geht, sie maßlos überfordert sind. Wie könnte man eurer Meinung nach entgegenwirken?

Es findet zu wenig an den Schulen statt, dabei wünschen sich Schüler mehr Finanzthemen auf dem Lehrplan. Die meisten werden erst bei ihrer ersten Steuererklärung mit dem Thema konfrontiert. Je früher wir Menschen mit finanziellen Zusammenhängen und Prinzipien vertraut machen, desto besser wird es ihnen in Zukunft gehen. Gerade bei jungen Leuten ist das Thema „Überschuldung“ sehr präsent. Um private Finanzthemen authentisch vermitteln zu können, müssen aber auch die Lehrer unterstützt und weitergebildet werden. Lehrer, die selbst kein Finanzwissen haben, können entsprechende Inhalte natürlich auch nicht in ihren Unterricht einfließen lassen. Viele Kompetenzen, die an Schulen vermittelt werden, sind wichtig, jedoch mangelt es an vielen Stellen an „praxisrelevanten“ Fähigkeiten. Daher braucht das Thema aus unserer Sicht mehr politische Impulse.

 

Eure Mission ist es, „digitale Wege zu finden, mit denen Finanzbildung zum unterhaltsamen Erlebnis wird“ – dem können wir entnehmen, dass Finanzbildung zunächst einmal als eher trockenes Thema in der Gesellschaft wahrgenommen wird und ihr das ändern wollt. Habt ihr ein Schlüsselerlebnis, das euch gezeigt hat, dass Finanzbildung in Deutschland zu kurz kommt oder zu trocken dargestellt wird?

Wenn man sich einfach nur die aktuellen Angebote anschaut, dann fällt auf, dass finanzielle Sachverhalte oft zu detailliert und sehr „wissenschaftlich“ erklärt werden. Das ist jedoch der aus unserer Sicht falsche Weg, da viele Menschen davon abgeschreckt werden. Wir nutzen z.B. in unserer Freizeit Lern-Apps zum Lernen von Sprachen oder Programmieren. Die vermitteln komplexes Wissen auf eine sehr leichte und unterhaltsame Art. Das hat uns dazu inspiriert, kurze und knackige Lerninhalte mit einer guten Portion Spaß zu entwickeln. Schnelle, interaktive Lernerfolge motivieren Menschen nämlich zum Weitermachen.

 

Wenn ihr sagt, ihr möchtet Finanzbildung zu einem unterhaltsamen Erlebnis machen – was sind eurer Meinung nach die kritischen Erfolgsfaktoren, mit welchen Wissen gemeinsam mit einem gewissen Entertainment-Faktor übermittelt werden kann?

Wichtig ist, dass wir Finanzen nicht auf Basis von komplexen Definitionen erklären, sondern anhand lebensnaher Beispiele. Diversifikation lässt sich z.B. viel besser anhand eines Vergleiches mit der Produktvielfalt von Netflix & Spotify erklären als mit der Herleitung der „Efficient Frontier“. Das Gleiche gilt für den Aufbau eines Notgroschens und alle anderen Sachverhalte, die Teil der finanziellen Allgemeinbildung sind. Wir fokussieren uns darauf, die Sprache unserer Nutzer zu sprechen – nur so holen wir sie ab und können Wissen spielerisch vermitteln. Außerdem spielt der Faktor „Interaktion“ eine wesentliche Rolle. Diese Aufgabe übernimmt im Laufe des Jahres unsere Lern-App Fibi.

 

Zu guter Letzt möchten wir euch fragen, ob euch ein Zitat aus der Finanzwelt einfällt, das euch besonders inspiriert hat – wenn ja, wollt ihr das mit uns teilen?

Na klar doch – und zwar das Zitat von P.T. Barnum.

„Geld ist ein fürchterlicher Herr, aber ein ausgezeichneter Diener.“– P.T. Barnum

 

Danke für das aufschlussreiche Gespräch und den interessanten Input, den wir nun in Bezug auf Finanzbildung durch euch erhalten haben. Wir finden eure Vision super und sind auch der Meinung, dass dem Thema viel mehr Aufmerksamkeit und Relevanz zusteht. 

Wenn das Interview mit Beyond Saving Ihr Interesse geweckt hat, dann schauen Sie gerne auf der Website von Beyond Saving vorbei, dort gibt es zahlreiche informative und lesenswerte Blogbeiträge und Artikel:

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