Lena Kuhn – Schwäbisch Hall

Im Dialog mit dem Kunden von morgen

Eigentlich wollte Lena Kuhn immer Nachrichtensprecherin im Fernsehen werden. Doch heute arbeitet die inzwischen 28-Jährige bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall und ist sehr glücklich mit ihrer Entscheidung.
Den Grundstein dafür legte die gebürtige Hohenloherin bei einem Praktikum im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Montage- und Befestigungsspezialisten Adolf Würth in Künzelsau 2008/2009. In dieser Zeit, in der sie auch Einblick in Marketing und Werbung erhalten hat, ist bei der jungen Frau die Idee eines betriebswirtschaftlichen Studiums gereift. „Wegen des Praxisbezugs habe ich mich bewusst für eine Fachhochschule entschieden“, erzählt Lena Kuhn. So studierte sie von 2009 bis 2013 an der Hochschule Pforzheim Betriebswirtschaft mit dem Schwerpunkt Marketing.
Im 5. Semester absolvierte sie ein Praktikum im Kommunikationsmanagement eines DAX-Konzerns, das zu so etwas wie einem Schlüsselerlebnis für die damalige Studentin werden sollte. Denn dort erlebte sie in einer angespannten Atmosphäre „eine harte Zeit“, wie sie sagt, so dass ihr erst richtig bewusst wurde, wie bedeutend die Stimmung in einem Team für die Arbeitszufriedenheit sein kann. Auch habe ihr der „minimale, aber hochspezialisierte Gestaltungsspielraum“ in einem „Riesenkonzern“ nicht behagt. Eine weitere Station führte Lena Kuhn zu Ziehl-Abegg in Künzelsau, wo sie ihre Bachelorarbeit über ein internationales Sponsoringkonzept für den Motoren- und Ventilatorenhersteller schrieb.

Bei der Bausparkasse Schwäbisch-Hall landete sie schließlich über die Website www.trainee-gefluester.de, wo Erfahrungsberichte über unterschiedliche Traineeprogramme nachzulesen sind. Weil sie seit ihrer Erfahrung bei dem DAX-Konzern großen Wert auf eine stimmige Teamatmosphäre legt, fiel ihr ein Bericht über die Traineeprogramme bei der Bausparkasse ins Auge, in dem das dortige Arbeitsklima als sehr konstruktiv beschrieben wurde. Dass Lena Kuhn noch keine Erfahrungen aus dem Finanzbereich mitgebracht hatte, spielte keine Rolle. Sie erhielt nach einem anderthalbtätigen Assessment Center prompt die Zusage für das einjährige Traineeprogramm, das sie im April 2013 begann. „Die Chemie hat von Anfang an gestimmt“, erinnert sie sich.

Als „Heimathafen“, wie es bei Schwäbisch Hall heißt, fungierte während des Traineeprogramms das Team Verkaufsförderung und Werbeservice im Bereich Marketing. Hier war für Lena Kuhn bereits eine feste Stelle reserviert. Als zweite Station durchlief sie das Produktmanagement, wo die Produktentwicklung und die Gestaltung der Bauspartarife angesiedelt sind. „Dort habe ich das Zusammenspiel zwischen den Wünschen der Kunden und dem Kollektivprinzip des Bausparens kennengelernt“, erzählt sie. Darüber hinaus erfuhr Lena Kuhn viel Neues über die richtige Ansprache verschiedener Zielgruppen. Im Vertriebsinnendienst lernte die Nachwuchskraft anschließend viel über die Zusammenarbeit mit den rund 1.000 Banken der genossenschaftlichen Finanzgruppe kennen, zu denen die Bausparkasse Schwäbisch Hall gehört.
Nach Ende des Traineeprogramms im April 2014 begann Lena Kuhn wieder in ihrem „Heimathafen“, als Referentin für Verkaufsförderung und Werbeservice, wo sie sich insbesondere mit dem Antragsmanagement, also dem Antrag für einen Bausparvertrag in Papierform, befasste. Dort agierte die junge Referentin an der Schnittstelle zwischen Rechtsabteilung und Produktmanagement, was sie besonders fasziniert hat. „Durch diese Art der Projektarbeit konnte ich viele Bereiche im Unternehmen kennenlernen“, sagt sie, der die Rolle der Vermittlerin zwischen den verschiedenen Bereichen auf den Leib geschrieben scheint. Mit in ihren Zuständigkeitsbereich fiel auch der berühmte Plüschfuchs, das Maskottchen der Bausparkasse. Und weil der Fuchs mit der Zeit gehen muss, hat sie mitgeholfen, ihn zu erneuern – ein Prozess, bei dem alle Schritte vom Entwurf bis zur sicheren Produktion und Lieferung einschließlich einer TÜV-Prüfung der Plüschtiere erfüllt werden müssen. Schließlich werden jährlich rund 30.000 davon an Kunden und Interessenten verteilt.

Im August 2015 wechselte Lena Kuhn als Referentin ins Nachbarteam „Markenmanagement und Verkaufsförderung – Kreation“, wo sie bis heute arbeitet. Dort wird das Point of Sale-Marketing verantwortet, das heißt die Erstellung aller Verkaufsförderungsunterlagen in haptischer und digitaler Form für die Bankfiliale vor Ort. „Unsere Aufgaben umfassen sowohl konzeptionelle Themen als auch Kreation“, sagt sie.
Diese „Kreation“ übernimmt die interne Werbeagentur, die selbst die Plakate, Fuchsaufsteller oder Filial-Spots für die Bildschirme in den Banken der genossenschaftlichen Bankengruppe entwickelt. „Wir gestalten den kompletten Auftritt unserer Bausparkasse in den Bankfilialen“, sagt sie und gesteht gerne zu, dass es „schon cool“ sei, wenn man in eine Bankfiliale komme, in der „unsere Kampagne gespielt wird“.

Ein wichtiger Bestandteil des Zukunftsprojekts ist das Handlungsfeld „Digitaler Vorreiter“, das sich mit der Ansprache des Kunden von morgen befasst. Zum einen geht es dabei darum, individualisierte Werbung im SB-Bereich einer Bankfiliale zu entwickeln, bei der der Kunde über seine EC-Karte persönlich erkannt und angesprochen wird. Und zum anderen hat die Bausparkasse gemeinsam mit dem Berliner Startup-Vermittler Plug and Play, einer Ausgründung des Springer-Verlags, einen interaktiven Monitor entwickeln lassen, der per Gesichtserkennung zwischen Frauen und Männer sowie zwischen alten und jungen Leuten unterscheiden kann. Außerdem kann das Gerät Emotionen der Menschen erkennen. Mit Hilfe dieser Art von künstlicher Intelligenz, die im Schaufenster oder in der SB-Zone einsetzbar ist, sollen dann den Kunden zielgruppenspezifisch Angebote gemacht werden. „Unser Ziel ist, dass der Kunde dadurch nicht nur an sein Girokonto denkt, sondern auch an seine Vorsorge- oder Finanzierungsthemen und dazu am besten gleich einen Termin vereinbart oder seine Emailadresse hinterlässt“, erläutert Kuhn. Jedenfalls stößt das Konzept auf großes Interesse bei den Banken. Im Dezember 2016 wurde bei der Volksbank Weinheim als eine von zunächst fünf Instituten mit ersten Tests begonnen.

Aber welche Perspektiven sieht Lena Kuhn für sich selbst bei der Bausparkasse? Nun, kurz- bis mittelfristig strebe sie eine Managerposition an, sagt die junge Frau, also den Posten einer Führungskraft, zunächst ohne Personalverantwortung. Vorbereitet wird sie dafür in dem hauseigenen Entwicklungsprogramm „Jump“, in dessen Rahmen Führungsaufgaben, die über die reine Projektleitung hinausgehen, analysiert und trainiert werden. Lena Kuhn wirkt zwar wie eine, die aus ihren beruflichen Aufgaben regelrecht Energie schöpft, wenn es ihr aber dennoch mal zu stressig wird, entspannt sie beim Tanzen, wo sie Choreografien in der Gruppe einübt. Auch hier offenbart sie sich als Teamplayerin, der es bekanntlich auf die Atmosphäre in der Gruppe ankommt. In diesem Punkt wurde sie auch von der Bausparkasse Schwäbisch Hall jedenfalls nicht enttäuscht. „Die Wertschätzung, die man hier erfährt, ist fester Bestandteil der Unternehmenskultur“, sagt sie über ihren Arbeitgeber.

Autor: Thomas Spengler

Eine Initiative von