FAQ zum Studium

Erfolgreich studieren - so gelingt's: Hier beantworten wir die wichtigsten Fragen rund ums Studium in Baden-Württemberg.

Erste Überlegungen: Soll ich an einer Universität, einer Fachhochschule oder einer Dualen Hochschule studieren?

Bei der Wahl der richtigen Hochschule kommt es drauf an, was Sie von Ihrem Studium erwarten. Lange galt die Regel: An einer Fachhochschule werden Praktiker ausgebildet, an einer Universität Forscher.

Diese trennscharfe Unterscheidung verschwimmt seit der Einführung des Bachelor-und Mastersystems immer mehr. Viele Universitäten bemühen sich praxisnaher auszubilden und FHs machen heutzutage viel anwendungsorientierte Forschung. Trotzdem gibt es noch ein paar entscheidende Unterschiede:

Studieren an einer Universität:

Generell gilt bei einem Studium an einer Universität, dass der Fokus auf der theoretischen und wissenschaftlichen Ausbildung liegt, es geht um Grundlagenforschung. Gelehrt wird in Seminaren und in großen Vorlesungen, an denen bis zu 100 Studierende oder mehr teilnehmen. Studierende haben an Universitäten generell viel Freiraum, ihr Studium individuell mit eigenen Schwerpunkten zu gestalten. Durch die offene Struktur lässt sich auch ein Auslands- oder Praxissemester gut einbauen.

Studieren an einer Fachhochschule:

Eine FH ist stärker praxisorientiert und beschäftigt sich im Studium vorwiegend mit der Anwendung von Wissen. Dabei lernt man an einer FH in kleinen Seminargruppen, die meist nicht größer als 30 Teilnehmer sind. Lehren darf an einer FH nur, wer bereits mindestens fünf Jahre hauptberuflich gearbeitet hat. Dadurch bringen die Dozenten und Dozentinnen eine reichhaltige Praxiserfahrung mit. Der Studienverlauf ist für Studierende von FHs meist stärker vorstrukturiert, welche Kurse belegt werden müssen und wann ein Praxissemester oder Auslandssemester zu absolvieren ist.

Die meisten Unternehmen machen inzwischen keinen Unterschied mehr zwischen einem Bewerber mit FH- oder Universitäts-Abschluss. Es gibt aber immer noch wenige Ausnahmen, die auf einen Universitäts-Abschluss bestehen: zum Beispiel die großen Strategieberatungen wie McKinsey oder die Boston Consulting Group.

Studieren an einer Dualen Hochschule:

Eine Duale Hochschule ist noch praxisnäher als eine Fachhochschule, da sie ein Hochschulstudium direkt mit einer Berufsausbildung in einem Unternehmen bzw. Berufspraxis verbindet. Der jeweils dreimonatige Wechsel zwischen Studium und Arbeit ermöglicht es, erlerntes Wissen direkt im Unternehmen anzuwenden und verschiedene Bereiche eines Berufs durch Ausprobieren kennenzulernen. Dadurch ist das Studium meist ziemlich straff getaktet und arbeitsintensiv. Es gibt keine Semesterferien, dafür aber abgezählte Urlaubstage. Während der Arbeitsphasen im Unternehmen verdienen die Studierenden bereits ihr eigenes Geld, wodurch sie früh eine gewisse finanzielle Unabhängigkeit erreichen können. In Baden-Württemberg können Sie an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg dual studieren.

Wie finde ich die passende Hochschule?

Für Studieninteressierte gibt es zahlreiche Möglichkeiten, sich über Studiengänge zu informieren, z.B. über die Bundesagentur für Arbeit, über das Internetportal Hochschulkompass, die Wegweiser-Broschüre „Studieren in Baden-Württemberg“ oder die Website www.studieninfo-bw.de/. Baden-Württemberg bietet auch speziell für Schüler einen Orientierungsworkshop zur Berufs- und Studienfindung an: Infos zum BEST-Training gibts unter: www.bw-best.de/. Zur gezielten Suche nach wirtschafts- bzw. finanzwissenschaftlichen Studiengängen hilft auch die Studiengangsdatenbank von Financial Career BW weiter, die eine Übersicht über die Bildungsmöglichkeiten in Baden-Württemberg zur Verfügung stellt.

Wichtig ist, sich über seine persönlichen Interessen und Ziele bewusst zu sein, um die eigenen Vorstellungen mit den Programmen der Studiengänge vergleichen zu können: Will ich eine wissenschaftlich oder eine praktische Ausrichtung? Ist mir ein integriertes Praktikum oder Auslandssemester wichtig? Welche Spezialisierungen möchte ich einschlagen? Ist der Studiengang stark strukturiert oder frei individuell gestaltbar?

Ist eine Vorauswahl potentieller Universitäten gefasst, kann man sich an Informationsveranstaltungen der Hochschulen, über Erfahrungsberichte, durch den Austausch mit dortigen Studierenden und Professoren oder auf Social Media Plattformen über die jeweilige Hochschule und das Studium näher informieren.

Wie bewerbe ich mich für ein Studium?

Zuerst sollte sich jeder Studieninteressierte über die Bewerbungsfristen der jeweiligen Hochschule informieren. Hinweise hierfür gibt’s auf den Websiten der Studiengänge. Für einen zulassungsfreien Studiengang kann man sich einfach einschreiben, ohne einen Bewerbungsprozess durchlaufen zu müssen. Für zulassungsbeschränkte Studiengänge gilt hingegen ein N.C. (Numerus Clausus) als Auswahlkriterium. Dieser wird jedes Semester an jeder Hochschule aus der Anzahl der Bewerber und der Anzahl der verfügbaren Studienplätze neu berechnet – sprich: Je mehr Bewerber, desto höher der N.C. Teilweise verlangen Hochschulen auch spezielle Eignungsprüfungen, wie Aufnahmegespräche, Projektmappen, Wissens- oder Sprachtests. Generell sind als Unterlagen zur Studienbewerbung ein Lebenslauf, ein Motivationsschreiben, das Schulabschlusszeugnis und besondere Auszeichnungen einzureichen. Genaueres legt jeder Studiengang selbst fest.

Bei den meisten Universitäten ist inzwischen eine reine Online-Bewerbung möglich, einige verlangen aber auch die postalische Zusendung von beglaubigten Dokumenten

Was kostet ein Studium?

In Baden-Württemberg fallen für Studierende an staatlichen Hochschulen keine Studiengebühren an. Allerdings wird pro Semester ein sogenannter Semesterbeitrag erhoben. Dieser liegt meist zwischen 100 und 300 Euro. Der Beitrag deckt generell Sozialbeiträge für den AStA (Allgemeiner Studierendenausschuss), das Studentenwerk sowie Verwaltungskosten ab. Zusätzlich fallen im Regelfall Kosten für ein Semesterticket der Bahn an. Das Studiticket im Stuttgarter Verkehrsnetz kostet zum Beispiel knapp 200 Euro.

Brauche ich einen Master?

Hat man den ersten Abschluss in der Tasche, stellt sich die Frage: Wie geht es weiter?

Der Bachelor ist bereits ein berufsqualifizierender Abschluss – ein direkter Einstieg ins Berufsleben ist also absolut möglich. Wer für seinen Traumjob keinen Masterabschluss braucht oder seine theoretischen Kenntnisse endlich in der Praxis anwenden will, für den bietet sich der direkte Berufseinstieg an.

Wer gerne wissenschaftlich arbeitet und sich in einem Masterstudium tiefer spezialisieren möchte, für den ist ein Masterstudium das Richtige. Generell gilt außerdem immer noch: Um in der Wissenschaft oder Forschung, bei internationalen Konzernen oder in Führungspositionen zu arbeiten, braucht man einen Masterabschluss.

Auch wer sich erst einmal gegen ein Aufbaustudium entscheidet, hat später im Berufsleben immer noch die Möglichkeit sich auf vielfältigen Wegen weiterzubilden.

Wie finde ich den richtigen Master?

Fällt die Wahl nach dem Bachelorabschluss auf ein Masterstudium, eröffnet sich eine breite Palette an Möglichkeiten. Denn: Master ist nicht gleich Master.

Konsekutiver Master
Konsekutive Master schließen thematisch direkt an den Bachelor an und vertiefen die grundlegenden Kenntnisse, daher sind sie oft theoretischer als Bachelorstudiengänge ausgerichtet. Zulassungsvoraussetzung für einen konsekutiven Master ist ein abgeschlossenes Grundstudium in demselben oder sehr ähnlichen Fach.

Nicht-konsekutiver Master
Nicht-Konsekutive Master können sowohl im Anschluss an den Bachelor, als auch später, z.B. nach einigen Jahren Berufserfahrung, studiert werden. Sie bauen nicht auf die Inhalte eines bestimmten Bachelorstudiums auf, so dass Studierende ein anderes Fach mit neuen Studieninhalten studieren können. Damit können Studierende Ihre Kenntnisse aus dem Bachelorstudium erweitern und auch Ihre Berufsmöglichkeiten ausweiten.

Weiterbildende Master / Executive Master
Weiterbildende Master sind für diejenigen geeignet, die sich nach Ihrem Grundstudium erst einmal für den Direkteinstieg in die Arbeitswelt entscheiden, denn sie setzen bei ihren Bewerbern eine qualifizierte Berufserfahrung von mindestens einem Jahr voraus. Die weiterbildenden Master werden meist berufsbegleitend studiert und knüpfen inhaltlich deshalb auch an berufliche Erfahrungen an.

Einer der bekanntesten weiterbildenden Master ist der Master of Business Administration (MBA).

Ein MBA - was ist das?

Ein MBA (Master of Business Administration) ist ein postgraduierter Abschluss der Betriebswissenschaften und einer der wichtigsten Abschlüsse für Manager oder die, die es einmal werden wollen. Er vermittelt strategische Management-Kenntnisse, z.B. in den Bereichen Finance, Unternehmensstrategie, Personalwesen oder Marketing, und Sozialkompetenzen, um für Führungspositionen fit zu machen. Neben der klassischen Wissensvermittlung stehen besonders auch praktische Erfahrungen wie Teamarbeit und der Erfahrungsaustausch zwischen den Studierenden im Vordergrund.

Welche Programmtypen gibt es?

MBA-Programme werden als Vollzeitstudium, als berufsbegleitendes Studium, als Teilzeitstudium oder Fernstudium angeboten. Dabei lassen sich die Programme unterschiedlich (wenn auch nicht trennscharf) kategorisieren:

MBA oder Junior-MBA:

Das Programm ist überwiegend für Hochschulabsolventen gedacht, die durch den MBA ihre Chancen am Arbeitsmarkt verbessern wollen. Es richtet sich aber auch an Nachwuchskräfte, die bereits einige Jahre praktische Erfahrung gesammelt haben und sich weiterqualifizieren wollen. Es wird als Vollzeit- oder Teilzeitmodell angeboten.

Executive MBA:

Der Executive MBA richtet sich hauptsächlich an Manager mit längerer Berufserfahrung, die sich in generellen Management und Führungsaufgaben weiterqualifizieren möchten. Das Programm wird meist als Teilzeit-, Modular- oder Fernstudium absolviert.

Firmen- und Konsortial MBA:

Ein Firmen-MBA ist ein Programm, das auf ein bestimmtes Unternehmen maßgeschneidert ist. Bei einem Konsortial-MBA schließen sich mehrere Unternehmen zusammen und entwickeln zusammen mit einer Business School ein Programm, das auf die Teilnehmer / Angestellten genau angepasst ist.

Für wen ist ein MBA sinnvoll?

Der MBA eignet sich für Absolventen ohne wirtschaftswissenschaftlichen Hintergrund wie Ingenieure, Geistes- Sozial- und Naturwissenschaftler oder Mediziner und Juristen. Sie können sich im MBA Managementkenntnisse aneignen und ihre Einsatzmöglichkeiten dadurch erweitern.

Auch für Wirtschaftswissenschaftler, die bereits Berufserfahrung gesammelt haben, lohnt sich ein MBA. Sie können durch die generalistische Ausbildung Ihre Flexibilität und damit Ihre Karriereperspektiven steigern, z.B. in anderen Firmen oder Tätigkeitsfeldern zu arbeiten. Internationale Erfahrungen und der Austausch mit anderen Berufstätigen fördern zudem Ihre Kompetenzen.

Was ist eine Business School?

Eine Business School ist eine Bildungseinrichtung für betriebswirtschaftliche Studiengänge. Einerseits gibt es eigenständige staatliche oder private Business Schools, andererseits werden auch Wirtschaftsinstitute von Hochschulen als Business Schools bezeichnet. In Baden-Württemberg gibt es zum Beispiel die Mannheim Business School der Universität Mannheim, die ESB Reutlingen, das HECTOR School of Engineering and Management ,oder das SIMT Stuttgart Institute of Management and Technology.

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