Simon Haimerl – LBBW

Am Puls des Kapitalmarkts

Kaum ist Simon Haimerl gegen 7:45 Uhr an seinem Arbeitsplatz in der Vermögensverwaltung eingetroffen, checkt er auch schon die wichtigsten News der Nachrichtenagenturen Bloomberg und Reuters. Dann huscht sein Blick über die Indizes der US-Börsen und der asiatischen Märkte. Wie ist der Dow Jones aus dem Handel gegangen? Wo steht der Nikkei, will er wissen. Danach screent Haimerl aktuelles Research und überfliegt eine Reihe von Morning Newsletters, bevor Punkt 8:45 Uhr der Morning Call mit den Portfoliomanagern der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) in Stuttgart beginnt – alles rechtzeitig vor Eröffnung der europäischen Börsen, die um 9:00 Uhr mit dem Handel starten. Die Finanzprofis stehen dabei in lockerer Runde zusammen und tauschen ihre Markteinschätzungen aus. Mittendrin ist Simon Haimerl, Jahrgang 1988, der erst im November 2015 bei der Baden-Württembergischen Bank (BW-Bank) mit einem LBBW-Trainee-Programm begonnen hat. „Ich habe mich von Anfang an gut aufgenommen gefühlt“, sagt er.

Und das, was Haimerl auf diese Weise theoretisch untersucht hat, kann er schließlich seit November 2015 als Trainee in der Vermögensverwaltung der BW-Bank auch in die Praxis einbringen. Warum es ihn nach Stuttgart gezogen hat, habe zum einen mit der LBBW als Arbeitgeber zu tun, der nicht nur hochwertige Jobs zu bieten, sondern auch einen guten Ruf habe, sagt er. Und zum anderen sei Stuttgart eine lebenswerte Stadt, die einiges zu bieten habe. „Außerdem braucht sich die Landeshauptstadt als Finanzplatz nicht zu verstecken“, sagt Haimerl und zählt neben der LBBW als Deutschlands größter Landesbank die Dependenzen der vielen Privatbanken, die Versicherungen, Bausparkassen, Pensionskassen und die Börse auf, die die Stärke des Platzes Stuttgart ausmachten.

Dort hat Haimerl nun gefunden, was er gesucht hat: Nun befasst er sich intensiv mit dem Kapitalmarkt und zieht Schlussfolgerungen für die Portfolios der LBBW- und BW-Bank-Kunden. „Wir erfassen eine Vielzahl von Informationen und bündeln sie, um individuelle Entscheidungen für einzelne Depots zu treffen. Damit schneidern wir die Maßanzüge der Vermögensanlage für unsere Kunden“, sagt Haimerl, der genau in diesen Bereichen, dem Investment- und Kapitalmarktgeschäft, seine Stärken sieht. Der Kapitalmarkt könne sehr inspirierend sein, sagt er. Man dürfe aber nie aufhören zu lernen, so sein Credo. Insgesamt macht dieses „sehr vielfältige Aufgabengerüst“, wie Haimerl es nennt, sein Traineeship extrem spannend. „Es ist das Gegenteil von Fließbandarbeit“, macht er klar. Und nicht zuletzt, weil es auch menschlich im Team stimme, will der intelligente junge Mann nach seinem Trainee-Programm in der Vermögensverwaltung der BW-Bank bleiben.

Klar, sein Ziel ist es, nach Ablauf des 18-monatigen Trainee-Programms Portfoliomanager zu werden. „Da hat man immer das Ohr am Puls des Kapitalmarkts“, sagt er. So wie dies etwa am Morgen des 9. November 2016 der Fall war. An diesem Tag dämmerte es Europa, dass man die nächsten vier Jahre mit einem US-Präsidenten Donald Trump zu tun haben würde. Das Team der Vermögensverwaltung der BW-Bank, dem Haimerl angehört, war an diesem Tag bereits um 7:00 Uhr versammelt, um die Folgen für die Portfolien der Kunden zu besprechen – und rechtzeitig zum Börsenbeginn handeln zu können. „Das sind solch herausfordernde Momente, die den Reiz eines solchen Jobs mit ausmachen“, resümiert Haimerl.

Bereits mit elf Jahren hatte der gebürtige Regensburger – angeregt von seinem Vater – das Interesse an Finanzthemen entdeckt. „Ich wurde regelrecht infiziert“, erinnert sich Haimerl. Kein Wunder also, dass er im Jahr 2008 ein Verbundstudium bei der LIGA Bank eG in Regensburg und München begann, bei dem er eine Ausbildung zum Bankkaufmann mit dem Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule Regensburg verbinden konnte. Und weil für Haimerl bald klar war, dass er sich auf Investment- und Portfoliomanagement konzentrieren wollte, zog es ihn in den Semesterferien 2011 nach Luxemburg, wo er bei der DZ-Privatbank im Private Wealth und Vermögensmanagement arbeitete. Darauf habe er später auch seinen Master ausgerichtet, erzählt er.

Zuvor schloss Haimerl im Februar 2013 sein Bachelorstudium und seine Werkstudententätigkeit bei der LIGA Bank ab, wo er den Fokus auf Private Banking gelegt hatte. In seiner Bachelorarbeit befasste er sich mit dem Reporting deutscher Lebensversicherer nach §285 Nr. 26 HGB, bevor Haimerl von April bis Juli 2013 ein Brückensemester zwischen Bachelor und Master einschob, das er an der Uni Regensburg dem Studium der Rechtswissenschaften widmete. Von August 2013 bis Juli 2015 folgte dann sein Masterstudium an der Universität Mannheim (Mannheim Master in Management). Als Schwerpunkte wählte Haimerl Finance (Investmentmanagement, Kapitalmärkte) und Accounting. Seine Masterarbeit trägt den Titel „Das Black-Litterman Modell unter Berücksichtigung höherer Momente“. Darin beschreibt und analysiert Haimerl ein auf Black-Litterman (1992) aufbauendes, quantitatives Modell, bei dem durch die geeignete Kombination von Equilibriumrenditen mit subjektiven Renditevorhersagen eine verbesserte und näher an der Realität liegende Schätzung der Inputparameter zur Portfoliooptimierung erreicht werden soll.

Autor: Thomas Spengler

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