Kapitalmarktausblick der Südwestbank AG, Stuttgart, für das Jahr 2018

14. Dezember 2017

DAX über 14.000 Punkten möglich. Deutsche Aktien profitieren vom wirtschaftlichen Umfeld.

Wirtschaftsentwicklung

Gespannt stellen sich die Anleger die Frage, welche ereignisreichen Entwicklungen das neue Jahr prägen werden. Die Südwestbank geht mit Blick aufs Große und Ganze von einem maßgeblichen Einfluss der globalen Konjunktur sowie der Geld- und Geopolitik auf die Kapitalanlagen aus.

 

Für das Jahr 2018 rechnen die Experten der mittelständischen Privatbank mit einem erfreulichen Wachstum der Weltwirtschaft von über dreieinhalb Prozent. Die wirtschaftliche Belebung in der Eurozone hat mittlerweile alle Länder erreicht. Das gilt auch für die langjährigen „Sorgenkinder“ Frankreich und Italien. „Somit sollte das reale Bruttoinlandsprodukt in der Eurozone nach 2,3 Prozent in diesem Jahr auch 2018 nochmals in derselben Größenordnung bis 2,5 Prozent zulegen“, erklärt Manfred Mühlheim, Direktor und Bereichsleiter Asset Management bei der Südwestbank. Ausschlaggebend für die aktuelle Entwicklung sei zum einen die hohe Binnennachfrage in unserem Land. „Zum anderen eilt der Bausektor von Rekord zu Rekord“, so Mühlheim. Die Euro-Aufwertung wird nach Einschätzung des Finanzmarktexperten dank robuster Weltwirtschaft nicht zum Spielverderber werden. Zudem profitiere der private Verbrauch von der guten Arbeitsmarktsituation: Die Zahl der Beschäftigten erreichte zuletzt den Rekordwert von mehr als 44 Millionen Personen in Deutschland. Als entscheidenden Treiber des prognostizierten Anstiegs der Weltwirtschaft betrachtet er die Schwellenländer, USA und Europa.

 

Für die USA rechnen die Experten 2018 mit einem Wirtschaftswachstum zwischen 2,4 und 2,6 Prozent, da die von Donald Trump in Aussicht gestellte US-Steuerreform ihrer Ansicht nach einen positiven „Trump-Effekt“ auf das US-Wachstum haben wird. „Die US-Arbeitslosenrate, derzeit bei unter 4,5 Prozent, wird voraussichtlich auch 2018 auf einem Rekordtief bleiben“, erläutert Mühlheim. Vor allem dürfte die USA angesichts der weiter stabilen Beschäftigung ihre Rolle als Wachstumsmotor beibehalten. Derzeit stünden die Ampeln für eine Fortsetzung des Aufschwungs somit auf grün. In der Vergangenheit führte eine zu restriktive Geldpolitik der US-Notenbank in den meisten Fällen zu einer Rezession. In den 1970er und 1980er Jahren waren es darüber hinaus stark steigende Ölpreise, die die Konjunktur gebremst haben. „Im Moment spielt weder der eine noch der andere Faktor eine große Rolle. Daher könnte es gut sein, dass der derzeitige Aufschwung eine neue Rekordmarke setzt und mehr als 120 Monate anhält“, nimmt Mühlheim an. Dies wäre der Fall, wenn der Aufschwung mindestens noch bis zum Sommer 2019 andauert.

 

Für das erste Halbjahr 2018 geht die Südwestbank weiterhin von einer expansiven Geldpolitik im Euroraum aus. Die Europäische Zentralbank fasste zwar im Oktober 2017 den Beschluss, ihre Anleihekäufe ab Anfang 2018 auf 30 Milliarden Euro zu halbieren. „Dies entspricht aber keiner Kehrtwende um 180 Grad – die EZB geht so vorsichtig wie möglich vor“, so Mühlheim. Trotz des konjunkturellen Aufschwungs und der expansiven Geldpolitik sei ein nachhaltiger Inflationsdruck nicht erkennbar.

 

DAX über 14.000 Punkten möglich

„Das günstige Umfeld für Aktien hat nach wie vor Bestand, obwohl die deutschen Aktien in den vergangenen Jahren kräftig angestiegen sind“, kommentiert Bereichsleiter Mühlheim. Seit 2009 hätte ein DAX-Investment durchschnittlich neun Prozent Rendite im Jahr erbracht. „Da die deutsche Wirtschaft 2018 erneut stark wachsen wird und auch die Weltwirtschaft kräftig mitspielt, sollte sich diese Erfolgsserie fortsetzen“, schätzt Mühlheim. Eine genaue Analyse der verschiedenen Aktienindizes zeige, dass sich Indizes aus Ländern mit einer sehr guten Konjunktur- und Gewinnentwicklung am erfolgreichsten entwickeln. „Trotz des optimistischen Szenarios könnte eine Reihe von geopolitischen Risiken dazu führen, dass die Märkte sich am Ende doch volatiler entwickeln, als gedacht“, so Mühlheim. Das Asset Management der Südwestbank erwartet für das Jahr 2018 unterjährige Schwankungen des DAX zwischen 12.500 und knapp über 14.000 Punkten. Mühlheim erläutert: „Angesichts der guten konjunkturellen Rahmenbedingungen favorisieren wir nach wie vor Aktien aus zyklischen Branchen, bei denen die Gewinnentwicklung vom positiven wirtschaftlichen Umfeld unterstützt wird“. Technologieunternehmen bleiben für Anleger weiterhin interessant. Aktien seien daher ein erfolgversprechender Ausweg bei der Renditesuche.

Ölpreis stark erholt – US-Dollar im Aufwind

Der Ölpreis stieg seit Anfang des Jahres um etwa zehn Prozent. Gründe hierfür waren Förderkürzungen der OPEC und die konjunkturell bedingt höhere Nachfrage.

Die Südwestbank geht von einer leichten Aufwertung des US-Dollar im ersten Halbjahr 2018 aus. Die Ursachen hierfür liegen nach Mühlheims Einschätzung in den positiven Aussichten für das US-Wachstum, der restriktiveren US-Geldpolitik und der Ankündigung der Steuerreform. Hauptprofiteure der Steuerreform werden laut dem Experten Unternehmen sein, sodass die Investitionen im kommenden Jahr um mehr als fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr ausgeweitet werden dürften. Der geldpolitische Notenbankwechsel in den USA setze sich auch 2018 moderat fort. Für die europäische Gemeinschaftswährung erwartet die Privatbank 2018 einen volatilen Dollarkurs, der durchaus den Kurs von 1,13 Euro/US-Dollar erreichen kann.

 

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